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40-Räder: Ursachenforschung bei abnormen Reifenverschleiß
Geschrieben am Dienstag, 22.Oktober 2002 @ 18:36:49 CEST
Thema: Vorsorge
VorsorgeNicht immer verschleißen die Reifen an unseren Fahrzeugen gleichmäßig. Einen Einblick in die Beurteilung der unterschiedlichen Schadenbilder und deren Ursachen bekommst Du hier!

Im Idealfall nutzt sich die Lauffläche der Reifen an unseren SL/SLC gleichmäßig bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe ab. Trifft das zu, so haben wir einerseits die Investition in das "schwarze Gold" mit maximaler Effizienz ausgenutzt, andererseits können wir beruhigt zur Kenntnis nehmen, dass sich an unserem Wagen keine den Reifenverschleiß negativ beeinflussenden technischen Probleme eingestellt haben.

Leider ist nicht allen 107-Fahrern dieses Glück beschieden. Welche verschiedenen Schadenbilder an einem oder mehreren Reifen auftreten können und welche Ursachen sich dafür verantwortlich zeigen werden wir hier aufzeigen.

Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Gründe für abnorme Reifenprofilabnutzungen. Zum Einen handelt es sich um Fehler im Umgang mit dem Reifen und zum Anderen um technische Probleme am Fahrzeug.

Bei Erstgenannten kommt am häufigsten der falsche Luftdruck als Ursache vor. Wird ein Reifen dauerhaft mit zuwenig Luft gefahren, so kann das Profil nicht mehr gleichmäßig Kontakt zur Fahrbahn halten. Die stabileren Reifenschultern werden hierbei wesentlich stärker belastet und verschleißen dementsprechend intensiv.



Genauso schädlich für den Reifen ist zu hoher Luftdruck. Er bewirkt, dass der Reifen sich an der Lauffläche wölbt, sozusagen einen "Bauch" bekommt, und fortan der Verschleiß in der Reifenmitte überproportional zunimmt. Als Ergebnis ist dann ein in der Profilmitte abgefahrener Reifen zu bewundern.

Der korrekte Luftdruck für die Sommer- wie Winterreifen am R/C 107 beträgt vorn 2,2 kp/cm3 (32 PSI) und hinten 2,5 kp/cm3 (36 PSI). Gemessen am kalten Reifen. Das Reserverad sollte mit 2,5 kp/cm3 (36 PSI) befüllt sein.



Für dieses Schadenbild kann allerdings auch noch eine andere Ursache verantwortlich sein. Bei sehr breiter Bereifung, welche häufig und andauernd bei hoher Geschwindigkeit genutzt wird, bewirkt die Zentrifugalkraft einem bei überhöhtem Luftdruck gefahrenem Reifen ähnliches Verschleißbild. Dieser Effekt lässt sich sehr schön beim Start eines Dragsters bewundern, dessen Reifen schlagartig in Rotation versetzt, sich ebenfalls stark wölben.

Einen wahren Klassiker unter den ungleichmäßig verschlissenen Reifen stellt die sogenannte Bremsplatte dar. Sie entsteht bei einer Vollbremsung mit stehenden Rädern. Einem Radiergummi gleich übereignet das blockierte Rad sein Gummi dem Asphalt. Als Ergebnis können wir dann ein an einem Punkt der Lauffläche stark, bisweilen vollständig, abgeriebenes Profil bewundern.



Sollte sich hingegen ungleichmäßiger Verschleiß an einer oder mehreren Stellen der Lauffläche zeigen, so können wir von einer Unwucht am Rad ausgehen, zum Beispiel hervorgerufen durch ein verlorenes Gewicht. Wenn ein Rad schlecht oder nicht gewuchtet mit hoher Geschwindigkeit rotiert, so werden intermittierende zusätzliche Kräfte gegenüber der Fahrbahn frei, denn auch die Unwucht ist auf die Zentrifugalkraft zurück zu führen. Im Bild lässt sich der Schaden begutachten.



Widmen wir uns nun den Reifenschäden, welche von Schäden an Fahrwerk und Federung hervorgerufen werden können. Da wäre zuerst eine starke Abnutzung an einer Schulter des Reifens zu nennen. In der Regel ist der Grund dafür bei einer falschen Sturzeinstellung zu finden. Der Radsturz ist, von vorn gesehen, das Maß für die Schrägstellung des Rades im Verhältnis zur Vertikalen. Die Hersteller bemühen sich unter Berücksichtigung der übrigen Lenkgeometrie einen flächigen Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn sicher zu stellen. Ist der Sturz verstellt, dann liegt eine einseitig stärkere Belastung vor, welche zum Verschleiß an der Reifenschulter führt. Dieses Schadenbild tritt häufig nur an einem Rad auf.



Stellen wir einen solchen Verschleiß an beiden Rädern einer Achse fest, so können wir von einer verstellten Spur ausgehen. Die Spureinstellung ist verantwortlich für die Parallelstellung der Räder. Ist sie verstellt, dann laufen die Räder aufeinander zu, bzw. voneinander weg. In beiden Fällen kommt es zu erhöhtem Reifenverschleiß an der Reifenflanke. Dieser Befund trifft aber nur zu, wenn beide Räder einer Achse gleichermaßen betroffen sind.

Finden wir abgenutzte Stellen im Profil des Reifens, welche gleichmäßig auf der Lauffläche verteilt sind, so lässt das Rückschlüsse auf eine defekte Radaufhängung zu. Hierbei kommen grundsätzlich alle Achskomponenten in Frage, die mit der Auf- und Ab- Bewegung des Rades in Zusammenhang stehen. Meistens sind verschlissene Federn und Stoßdämpfer verantwortlich, aber auch beschädigte Lager können ursächlich sein. Sie alle bewirken das Gleiche, dass Rad wird nicht mehr zuverlässig am Boden gehalten und kann so in Schwingungen versetzt werden. Diese Schwingungen erhöhen den Verschleiß an mehreren Stellen der Lauffläche, welche zusätzlich Schwingungen verursacht. Ein Teufelskreis, bei dem der Reifen den kürzeren zieht.



Da der Verschleiß der Reifen im wesentlichen von der komplexen Technologie des Fahrzeuges und nicht zuletzt auch vom Fahrstil eines jeden Einzelnen abhängt, kann dieser Bericht es ermöglichen die Fehlerquelle einzugrenzen. Eine Achsvermessung und Schadenbeurteilung durch den Fachmann kann und soll er aber nicht ersetzen.

Gismo

 
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