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Fehlerdiagnose und -Behebung bei der KE-Jetronic
Jochen aus dem 126er-Forum hat sich ausführlich mit der
KE-Jetronic an seinem 260 SE auseinander gesetzt und einen ausführlichen
Artikel zum Thema verfasst. Da die K-Jetronic, abgesehen |
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Fehlerdiagnose und -Behebung bei der
KE-Jetronic von der Einbaulage einzelner
Komponen- ten, absolut baugleich mit der unserer 107er ist, stellt sein
Bericht auch für uns eine wichtige Arbeitsgrundlage dar! |
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1.
Vorwort
Hallo Sternfahrer, aus
eigener Erfahrung weiß ich, dass es markenunabhängig bei einem Großteil aller
gebauten Fahrzeuge mit KE-Jetronic nach einer gewissen km-Leistung oder einem
gewissen Alter Probleme mit dem Motorlauf gibt. Bei fast allen Fahrzeugen (egal
ob Mercedes W107, W201, W124, W126, W129 oder andere Marke) beginnt dies mit dem
allmählichen Verschleiß des Stauscheibenpotentiometers. Wenn dann an der
Einspritzanlage auch noch herumgestellt wird (Einstellung des Poti oder
CO-Gehalt), manchmal auch durch die Werkstatt, wird alles meistens nur noch
schlimmer. Bei manchen Fahrzeugen kommen dann zusätzlich altersbedingte Probleme
(Zündverteiler, Zündkabel, Falschluft ziehen, usw.) hinzu. Gerade dann ist es
schwierig den Überblick zu behalten, und richtig vorzugehen um das Problem
relativ schnell und unkompliziert zu lösen. Hierbei soll diese Anleitung mit
aussagekräftigen Problembeschreibungen und den dazu gehörigen Lösungsvorschlägen
helfen.

Diese Anleitung baut auf
einem Mercedes W126 mit Motor M103.941 (260SE) auf, sollte aber problemlos für
alle Mercedes PKW mit KE-Jetronic anwendbar sein. Lediglich die Lage der
einzelnen Bauteile und deren Zugänglichkeit wird beim jeweiligen Fahrzeug
unterschiedlich sein. Bei den V8 Motoren des W126 (ausgenommnen der 380er mit
KA-Jetronic), sowie einigen W124 Motoren (zwischen 1988 und 1992) ist in der
Motorsteuerung zusätzlich eine Klopfregelung integriert, auf die ich aber nicht
eingehe, da sie überwiegend das Zündsystem beeinflusst.
Inwieweit diese Anleitung
auch bei Fahrzeugen anderer Marken mit KE-Jetronic oder gar bei der
weiterentwickelten KE-Motronic (Ausbaustufe der KE-Jetronic; Einspritzung und
Zündsystem kombiniert, v.a. bei AUDI verbaut) anwendbar ist müsste allerdings
erst noch erprobt werden.
Ich weise zudem
ausdrücklich darauf hin, dass diese Anleitung rein aufgrund meiner eigenen
Erfahrung mit dem Einspritzsystem KE-Jetronic von BOSCH, sowie durch die
Verarbeitung von Tipps und Anregungen auch aus der bereits vorhandenen Anleitung
von Christian Martens entstanden ist und auch als solche wahrzunehmen sind. Das.heißt, es wird von meiner Seite aus keinerlei Garantie auf Richtigkeit und
100%iges Gelingen der geschilderten Arbeiten übernommen. Im Zweifelsfall muss
jeder selbst wissen was er tut. Daher bin ich auch jederzeit gern an
Verbesserungsvorschlägen und anderen Methoden, die zum Ziel führen interessiert
und weiß diese zu würdigen.
2.
Worüber man sich vorher im Klaren sein sollte
Generell rate ich den Poti-Wechsel nicht
jedermann. Man sollte schon über einige „Schraubererfahrung“ , über eine
fundierte Systemkenntnis der KE-Jetronic und ein paar Elektronikkenntnisse
verfügen, sowie Zugriff auf diverse Werkzeuge und Testgerätschaften (siehe 3.)
haben, da unsachgemäßes Verstellen an diesem Bauteil und anderswo an der
KE-Jetronic in manchen Betriebszuständen grobe Fehler im Motorlauf verursachen
oder den Motor nicht mehr anspringen lassen. Allgemeinwissen zu
Benzineinspritzsystemen und zur KE-Jetronic kann man unter Anderem in der
„gelben Reihe“ bei BOSCH sehr günstig erwerben (z.B. „KE-Jetronic“ /
Best.-Nr.1987722021).
Wer die Möglichkeiten zum
Poti-Wechsel nicht hat, kann bei jedem Bosch-Dienst oder bei Mercedes Benz einen
überholten Luftmassenmesser im Austausch beziehen (z.B. für M103941 Teile Nr.
BOSCH: 0438121033; Kostenpunkt ca. Euro 420,-). Abraten kann ich dagegen von
einem gebrauchten Luftmassenmesser vom Schrottplatz, da man hier nie genau weiss,
wie viele km dieser schon seinen Dienst verrichtet hat und an den Potentiometern
nach ca. 150.000km bereits Verschleißerscheinungen auftreten, womit es sich dann
bei einem Preis von ca. Euro 150 nicht mehr lohnt einen gebrauchten LMM vom
Schrottplatz einzubauen.
3. Benötigte
Werkzeuge und Testgerätschaften
3.1 Werkzeuge:
-
Torx T15 Schraubendreher oder T15 Bit mit
kraftschlüssig aufschiebbarem Torx E10 Ringschlüssel
-
Satz Ringgabel- und Gabelschlüssel und 3/8’’
Ratschensatz
-
Kleiner
Elektroniker-Schlitz-Schraubendreher
-
Inbusschlüssel-Satz evtl. passender
Inbusschraubendreher
-
2m Benzinschlauch und Auffanggefäß 10l
-
Reifenventil
aus Gummi (s. Foto 2)
-
Variable,
handliche Schlauchdrossel (wird oft bei Schlauchdemontage zum Verschließen
gegen auslaufende Flüssigkeit verwendet)
-
Kontaktsichere
Abgreifklemmen (z.B. HIRSCHMANN)
-
oder Messadapter selber
bauen
3.2 Testgeräte:
-
genaues Digitalmultimeter
-
genaues Analogmultimeter
-
moderner Abgastester (alternativ: CO-Tester und Drehzahlmessgerät)
-
Oszilloskop
(optional)
-
Kraftstoffdruckmessgerät (optional)
Zu den benötigten Testgerätschaften ist zu sagen, dass sie
von Fall zu Fall stark variieren können, je nach dem welche Probleme am
jeweiligen Fahrzeug auftreten.
4. Diagnose
stellen: Liegt das Problem überhaupt am Stauscheiben-Poti?
Anhand des Poti-Ausgangs-, Drehzahl- und (bei KAT) Lambdasignals als Hauptgrößen
, und einigen Korrekturgrößen (Stellung des Drosselklappenschalters und
des Leerlaufschalters, Spannungsabfall an Kühlmittel- und Lufttemperatursensor,
Abgleichstecker KE) werden vom KE-Steuergerät die Steuersignale für
Leerlaufsteller, elektrohydraulischen Drucksteller und Kaltstartventil
generiert. Um eine erfolgreiches Einstellen und später eine funktionierende
Regelung sicherzustellen, sollten Zündsystem und Mechanik der KE intakt sein.
Grundlegender Prüfumfang:
-
Wenn
nötig eventuell Verschleißteile wie Luftfilter, Zündkerzen tauschen
-
Wenn
Probleme durch die Zündanlage nicht ausgeschlossen werden können
Zündverteiler, Zündkabel, Zündzeitpunkt prüfen (Stellung des
Zündabgleichsteckers berücksichtigen; [nicht bei Anlagen mit Klopfsensoren!!]
Abgleichstecker generell nur auf Normal oder Super, entsprechend der getankten
Benzinsorte! ). Am schnellsten festzustellen sind Zündungsprobleme mit einem
mehrkanaligen Hochspannungsoszilloskop und Induktivgeber anhand der
Sekundärbilder der Zündspule für die einzelnen Zylinder.
-
Spannungsversorgung und Masseanschlüsse des KE-Steuergeräts überprüfen.
-
Kraftstoffdrücke messen
-
Gaszug
bzw. Regulierungsgestänge überprüfen/einstellen
4.2 Symptom-Ursache-Lösung:
- Symptome des Problems genauer analysieren:
- Abgleichstecker des KE-Steuergeräts auf Stellung 1 !
In welchen Betriebszuständen des Motors tritt das Problem auf ? :
- Funktioniert die Kaltstartanreicherung/Warmlaufanreicherung ? (Nach
einwandfreiem Kaltstart leicht erhöhte Leerlaufdrehzahl zum Warmlauf des
Motors?)
- Hängt der betriebswarme Motor gut am Gas? (Spontane/schnelle Gasbewegungen
gegen Vollgas werden unmittelbar ohne „Verschlucken“ angenommen?)
- Ist in allen thermischen Betriebszuständen ein runder
Motorleerlauf gewährleistet? (Laufender Motor [beobachtet am Zyl.-Kopf]
sollte sich in der Gummilagerung nicht sichtbar bewegen)
- Funktioniert die elektronische Leerlaufdrehzahlregelung? (Leerlaufdrehzahl
wird auch unter leichter Belastung eingeregelt und aufrechterhalten? Z. B.
Fahrstufe D eingelegt)
- Leerlaufdrehzahl sollte außerdem relativ konstant gehalten werden und
nicht mehr als 50 U/min (bei mir sind es 30U/min am Analogdrehzahltester)
schwanken, wobei der Drehzahlsollbereich eingehalten werden muss.
- Läuft der Motor auch in Lastübergangszuständen (z.B. bei Schalten auf
N-, bzw. Auskuppeln im Schiebebetrieb oder beim Bremsen) absolut ruckelfrei
ohne abzusterben?
- Verdecktes Symptom: CO-Gehalt lässt sich nicht oder nur schwer Einstellen,
Leerlaufdrehzahl erhöht sich beim Einstellen.
4.2.2 Ursachen und Lösungsansätze
Wenn einzelne Symptome negativ sind, empfehlen sich die folgenden
Vorgehensweisen mit den entsprechend gekennzeichneten Ziffern. Sind mehrere
Symptome negativ, die Lösungsansätze einzeln analog anwenden.
- Kühlmitteltemperaturgeber, Kaltstartventil, Leerlaufsteller,
elektrohydraulischen Drucksteller und deren Verkabelung zum Steuergerät
überprüfen. Extreme Falscheinstellung des Potis führt zu ähnlichen Symptomen.
Poti-Signal überprüfen.
- Elektrohydraulischen Drucksteller, Drosselklappenschalter,
Leerlaufschalter, sowie deren Verkabelung zum Steuergerät überprüfen zuletzt
Poti-Verkabelung zum Steuergerät, Poti-Signal überprüfen
- Kompletten Ansaugtrakt des Motors (inkl. Unterteil d. LMM, Leerlausteller
Bypassschläuche, Gummiteile der Unterdruckanlage) auf Dichtheit CO-
Grundeinstellung überprüfen bzw. nachjustieren. überprüfen. Poti-Stecker
abziehen: verbessert sich der Leerlauf bei abgezogenem Stecker deutet dies auf
allmähligen Verschleiß des Stauscheibenpotentiometers hin. Poti-Signal
überprüfen.
- Schwankt die Leerlaufdrehzahl ständig um mehr als 50 U/min, Poti-Stecker
abziehen. Verbessert sich der Leerlauf bei abgezogenem Stecker (z. B. Motor
„sägt“ nicht mehr) deutet dies auf starken Verschleiß oder Falscheinstellung
des Stauscheibenpotentiometers hin. Potisignal überprüfen. Ist die
Leerlaufdrehzahl konstant erhöht (z.B. Notlauf mit und ohne abgezogenem
Poti-Stecker), d.h. es erfolgt auch keine Einregelung der Leerlaufdrehzahl bei
leichter Belastung (z.B. Fahrstufe D oder viele elektrische Verbraucher),
Leerlaufsteller, Drosselklappenschalter, Mikroschalter Schubabschaltung, deren
Verkabelung zum Steuergerät, Verkabelung des Potis zum Steuergerät, und
Poti-Signal überprüfen. Ist die Leerlaufdrehzahl bei abgezogenem
elektrohydraulischen Drucksteller und Leerlaufsteller extrem (z.B. >1000U/min)
erhöht, CO-Grundeinstellung überprüfen
- Leerlaufsteller, und dessen Verkabelung zum Steuergerät überprüfen.
Abgasmessung durchführen, Auspuffanlage auf grobe Dichtheit kontrollieren. Ist
der Sauerstoffgehalt im Abgas stark erhöht deutet dies auf eine
„unvollständige Verbrennung“ des Motors hin. Weiteres Vorgehen siehe „g)“
- Kompletten Ansaugtrakt des Motors auf Dichtheit überprüfen. (besonders
Gummiteile neigen dazu nach einem gewissen Alter brüchig zu werden, was zum
unkontrollierten Falschluftziehen führt) Leerlaufregler, dessen Verkabelung,
Poti-Verkabelung und Poti-Signal überprüfen evtl. ist das Gemisch auch stark
abgemagert. CO-Gehalt kontrollieren und einstellen
5. Potentiometerwechsel
5.1 Pinbelegung und Lage des Stauscheibenpotentiometers


5.2 Potisignal überprüfen:
-
Potiausgangssignal zwischen Pin 1 u. 2 mit Voltmeter bei
Motorleerlaufsolldrehzahl messen und mit dem Spannungssollbereich (zwischen U2
Min und U2 Max) in Abhängigkeit der gemessenen Referenzspannung (U1)
zwischen Pin 1 und 3 auf dem Diagramm (s. 5.3.1) vergleichen. Liegt das Signal
nicht im Sollbereich, ist das Potentiometer mindestens falsch eingestellt.
-
Leerlaufsignal zwischen Pin 1 u. 2 mit Oszilloskop auf
Ausschläge untersuchen und mit Solldiagramm vergleichen. (geringe/nicht zu
häufige Ausschläge werden toleriert; vgl. Solldiagramm mit neuem Poti)
-
Rauschprüfung zwischen Pin 1 u. 2 mit Oszilloskop bei
eingeschalteter Zündung durchführen, indem die Stauscheibe in kurzen
Zeitabständen von Hand mehrmals gleichmäßig voll ausgelenkt wird und
losgelassen wird.
-
Ein Potentiometer ist schadhaft wenn bei der Prüfung mit
dem Oszilloskop im Leerlauf oder bei der Rauschprüfung sog.
Rauscherscheinungen /im Leerlauf viele große Ausschläge auftreten oder das
Signal bei abgezogenem elektrohydraulischem Drucksteller und Leerlaufsteller
[Mechanik, CO-Einstellung/Motorrundlauf in Ordnung!!] nicht annähernd konstant
ist. Ein Potentiometer ist ebenfalls als defekt einzustufen wenn sich das
eingestellte Potil-Leerlaufsignal durch Drehen am Trimmpotentiometer nach
links oder rechts nicht verändern lässt.
-
Ein falsch eingestelltes altes Potentiometer ist nur dann
neu einzustellen wenn dieses bei der Rauschprüfung, sowie bei der
Leerlaufsignalprüfung keinerlei Auffälligkeiten (Rauschen/Ausschläge) zeigt
und das Trimmpotentiometer einwandfrei funktioniert.
Ausgangssignal des Potis im Leerlauf zwischen Pin 1 und 2

Rauschprüfung des Potis bei eingeschalteter Zündung zwischen Pin 1 und 2

5.3 Potentiometer wechseln und einstellen
5.3.1 Soll und Referenzspannung

Das Potentiometerausgangssignal U2 wird in
Abhängigkeit einer vom Steuergerät generierten Referenzspannung U1
(4,35 - 5.35 V) eingestellt. (In der Regel sind es genau 5V zwischen Pin 1 u. 3
am Poti-Stecker bei eingeschalteter Zündung und abgezogenem Poti-Stecker)
Auf dem Diagramm ist für die
jede Referenzspannung ein Sollbereich festgelegt.
Zur Messung , sowie später zum
Einstellen des Poti sollte ein absolut genaues, am besten kalibriertes
Multimeter verwendet werden, da z.B. Messfehler um 0,1 V beim
Poti-Ausgangssignal durchaus eine Rolle spielen und absolut unerwünscht sind.
Referenzspannung zwischen Pin
1 und 3 messen und Sollwert der Ausgangsspannung im unteren Drittel des
Diagrammsollbereichs festlegen. (siehe rot gestrichelte Linie „Einstellschwelle
U2“)
5.3.2 Poti ab- und anbauen
-
Potentiometer zugänglich
machen (bei den Motoren 103: Systemdruckregler und Plastikkabelkanal der
Motorelektronik müssen demontiert werden)
-
Plombierung des alten
Potentiometers mit einem spitzen Gegenstand (am besten: sehr kleiner
Schlitz-Schraubendreher) von oben heraushebeln.
-
Geeignetes Torx- (bei
älteren Potis, ca. Bj. 1985 auch Schlitz-/Kreuzschlitz-Werkzeug zur Montage
auswählen. Mit einem Schraubendreher erreicht man (beim M103) nicht alle
Schrauben. (Es empfiehlt sich eine 3/8’’ Ratsche mit T15 Nuss; mit einem T15
Bit und einem passenden Torx Ringschlüssel [s. Foto 3 Werkzeuge] lässt sich
das Poti sogar montieren, ohne den Kabelkanal der Motorelektronik demontieren
zu müssen)
-
Schrauben des Potentiometers
vorsichtig herausdrehen und Potentiometer abnehmen.
-
Zustand der beiden Schleifer
(s. Foto 2) überprüfen: Die Schleifer müssen gegenüber der Reibbahn des
Potentiometers leichten Druck aufweisen (1-2mm), außerdem sollte an den
Schleifern selber kein Verschleiß erkennbar sein.
-
Zustand der
Befestigungsgewinde im Luftmassenmesser kontrollieren: Es muss ein
vorsichtiges und einwandfreies Anziehen der Schrauben gewährleistet sein.
Achtung, es handelt sich hierbei um sehr kleine (M3!!) Alu-Gewinde. Sofern
diese (evtl. durch früheres Herumstellen am Poti) beschädigt sind, d.h. es
lösen sich einzelne Gewindegänge gibt es noch die Möglichkeit diese auf M4
aufzuschneiden und M4 Schrauben zu verwenden (dies ist in den Lochbohrungen
des Potentiometers bereits vorgesehen; bei mir war dies wie man auf den Fotos
an den M4 Schlitzmessingschrauben sieht erforderlich) Dazu muss der
Luftmengenmesser mit Mengenteiler allerdings komplett ausgebaut werden
-
Gehäusedichtring des
Potentiometers wenn nötig (z.B. O-Ring ist rissig oder platt gedrückt) durch
neuen handelsüblichen O-Ring (2x60mm) ersetzen. Das Potentiometer muss
seitlich und von oben auf jeden Fall gegen das Eindringen von Fremdstoffen
geschützt sein. (z.B. Benzin oder Wasser bei der Motorenwäsche) An der
Unterseite ist die Kerbung für den O-Ring ausgespart. Der eingelegte O-Ring
dichtet hier nicht ab.
Wenn all dies gewährleitstet
ist kann das neue Potentiometer nun angeschraubt werden.
Die Schrauben werden zunächst
nur leicht angezogen, so dass das Poti-Gehäuse in den Langlöchern (bei den
6-Zylindern von vorne gesehen auf der rechten Seite) mit leichtem Kraftaufwand
vertikal nach oben und unten verschoben werden kann. Den 90° gebogenen
Benzinhauptrücklaufanschluss am Mengenteilers nach oben ansetzen und Druckregler
nach oben angesetzt mit Rücklauf zum Tank anschließen. Rücklaufanschluss des
Steuerkolbens am Druckregler (kleiner Anschluss [Leitung verläuft zur Rückseite
des Mengenteilers]) mit einem rückseitig aufgesteckten Gummireifenventil [o.ä.]
druckdicht verschließen. Kraftstoffschlauch auf die kleine Rücklaufleitung vom
Steuerkolben/Unterkammer des Mengenteilers [rückseitig] aufstecken und Schlauch
so verlegen dass die Steuerkolben/Unterkammer-Leckmenge bei laufendem Motor in
ein Behältnis außerhalb des Motorraums eingeleitet wird (Die Leckmenge bei
laufendem Motor beträgt bei mir ca. 0,15 l/min).
5.3.3 Potentiometer
einstellen
Bevor mit der Einstellung
begonnen wird, sollte sichergestellt sein, dass alle elektrischen Komponenten,
inkl. Kabelstrang, sowie die mechanischen Komponenten der KE-Jetronic intakt
sind. Ansonsten ist es möglich dass trotz fehlerfreier Einstellung kein
einwandfreier Motorlauf gewährleistet ist. Außerdem sollte die CO-Einstellung
vorher überprüft bzw. grob nachjustiert werden, damit zum Einstellen ein runder
Motorlauf gewährleistet ist
Achtung! Generell ist die Poti-Einstellung erst nach Behebung aller
anderen Fehler am Motor durchzuführen.
-
Stecker des
elektrohydraulischen Druckstellers und des Leerlaufstellers abziehen. Motor
sollte im Leerlauf (Notlauf!) absolut ruhig laufen
-
Spannungsmessgerät mit
Messadapter an Potentiometer (an Pin 1 und 2) anschließen.
-
Drehzahltester anschließen,
Motor starten und warmlaufen lassen (Kaltstart hier vermeiden, da
Warmlauf-/Startanreicherung außer Kraft; Wenn nötig Motor vor Demontage des
Potis bereits mal warmlaufen lassen.)
-
Wenn der Motor absolut
betriebswarm ist Schlauchdrossel am Bypassschlauch nach dem Leerlaufsteller
anbringen und Motor auf untere Grenze des Drehzahlsollbereichs
(Drehzahlsollbereich des jeweiligen Motors s. WIS System von Mercedes)
herunterdrosseln. Motordrehzahl muss an diesem Punkt absolut konstant bleiben.
-
Poti-Signal durch vertikales
Verschieben (nach unten: Signal wird kleiner, nach oben: Signal wird größer)
ungefähr auf den ermittelten Sollwert einstellen. Trimmpotentiometer soweit
nach links drehen, bis das Signal nicht mehr kleiner wird. Potentiometer jetzt
genau auf ermittelten Leerlauf-Einstellwert („Einstellschwelle U2 )
durch Verschieben einstellen. Das Signal muss, sofern alles beachtet wurde
absolut konstant bleiben.
-
Schrauben des
Potentiometergehäuses gleichmäßig in mehreren Schritten anziehen,
Potentiometergehäuse dabei festhalten und darauf achten dass sich der
Spannungssollwert nicht mehr ändert. Schrauben müssen alle fest werden
(Achtung nicht überziehen!!)
-
Poti-Signal nochmals
kontrollieren.
-
Motor abstellen, Stecker des
Leerlaufreglers und des elektrohydraulischen Druckstellers wieder aufstecken.
Spannungsmessgerät bleibt angesteckt.
-
Motor starten. KE-Regelung
sollte jetzt, wenn alles beachtet wurde einwandfrei arbeiten. Leerlaufdrehzahl
kontrollieren, muss im Drehzahlsoll liegen, leichtes Schwanken (max. 50U/min)
darf toleriert werden. Poti-Signal nochmals kontrollieren (ist aufgrund der
elektronisch eingeregelten [zur Einstelldrehzahl/unteren Schwelle des
Sollbereichs] höheren) Leerlaufdrehzahl geringfügig (ca. 0,1V) höher. Mit dem
Trimmpotentiometer kann das Ausgangssignal durch drehen nach rechts im
Sollbereich noch angehoben werden (z.B. in Mittelstellung des Sollbereichs von
U2, ist normalerweise nicht erforderlich!!).
-
Motor abstellen und
Druckregler wieder richtig anbauen.
-
Demontierte Teile anbauen,
Luftfilter aufsetzen.
-
Motorregelung anhand der
unter 4.1 genannten Prüfsymptome überprüfen.
Achtung! Plombierung des Potentiometers erst anbringen wenn die
Regelung einwandfrei arbeitet. Am besten einigen Tage im Praxistest auf der
Straße, beim Kalt-/Warmstart, usw. überprüfen.
Trimmpotentiometer sollte dann
auch mit einem Kügelchen plastischer schwarzer TEROSON Dichtschnur (evtl. auch
Silikondichtstoff o.ä., was sich auch wieder entfernen lässt) verschlossen
werden. Sämtliche Veränderungen zwecks der Poti-Einstellung wieder rückgängig
machen.
6. Einzelne elektronische Komponenten der KE
überprüfen
6.1 Fotos
und Lage der einzelnen Bauteile
6.2 Widerstandswerte einzelner Bauteile
| Kaltstartventil |
4 - 15 Ohm |
| Drehzahlsensor |
800 - 1200 Ohm |
| Leerlaufregler |
4 - 10 Ohm |
| elektrohydraulischer Drucksteller |
20 - 25 Ohm |
| l-Sonde Heizwicklung |
3 - 15 Ohm (+20°C) |
| Wassertemperaturfühler (NTC) |
1,3 - 3,6 k Ohm (+30 ... +15°C) 250 - 390 Ohm (ca. +80°C) |
| Ansauglufttemperaturfühler (NTC) |
1,3 - 3,6 k Ohm (+30 ... +15°C) |
Durchgangs- oder Widerstandsmessungen des Kabelstrangs
erfolgen grundsätzlich mit abgesteckten Verbraucher bzw. Steuergeräten. Bei
Kabelprüfungen der Motorelektronik sollte deren Widerstand normalerweise unter
0,2 Ohm liegen. (Bei mir war der Widerstand mit dem Multimeter nicht mehr
messbar!!) Ein wesentlich höherer oder schwankender Widerstand deutet auf
Übergangswiderstände an Steckverbindungen oder Beschädigungen am Kabelstrang
hin. Fehlerquellen sind auch aufgebogene Rundkupplungen in den Steckern, wodurch
Wackelkontakte entstehen (z.B. durch häufiges Abziehen des Poti-Steckers und
daraus resultierendem Wackelkontakt beginnt die Leelaufdrehzahl bei warmem Motor
zu schwanken [Steuergerät wechselt kurzzeitig ins Notlaufprogramm])
6.3 Stellerstrom des elektrohydraulischen Druckstellers
messen
Um den Motorlauf an verschiedene Übergangszustände
anzupassen muss das Steuergerät Gemischkorrekturen vornehmen. Über einen
Magnetanker (ohne Stromfluss im stabilen Gleichgewicht), der elektromagnetisch
positiv oder negativ ausgelenkt werden kann wird eine Zuflussbohrung zur
Unterkammer des Mengenteilers geöffnet oder geschlossen, was eine Druckerhöhung
bzw. einen Druckabfall in der Unterkammer zur Folge hat. Aufgrund der indirekten
Proportionalität des Unterkammerdruckes zum Einspritzdruck kann das Steuergerät somit auf den Einspritzdruck und damit auf die
Einspritzmenge eingreifen, was dann Gemischkorrekturen für Start-, Nachstart-,
Warmlauf-, Beschleunigungs- und Volllastanreicherung, sowie Schubabschaltung
ermöglicht. Außerdem dient der elektrohydraulische Drucksteller im ständigen
l-Gemischregelzyklus als Regelgröße, was den ständig schwankenden Stromfluss
erklärt. Der Stellerstrom wird daher am besten mit dem Analogmultimeter an Pin
1 oder 2 mit geeignetem Messadapter gemessen.
Wichtig ist es auf die Polung zu achten, da sich sonst die
Flussrichtung des Stroms durch das Messgerät, also das Vorzeichen des Stroms
ändert. Ich habe das Messgerät zwischen Pin 1 geklemmt. (Plus an ehD, Minus an
Kabelstrang)
Bei dieser Polung ergibt sich bei positivem Stellerstrom
eine Gemischanreicherung. Der Stellerstrom im Leerlauf muss sichtbar schwanken,
wenn die Lambda-Regelung intakt ist.
Gemessene Ströme beim M103941:
-
stehender Motor bei eingeschalteter Zündung: 20
mA, positiv
-
Leerlauf: Strom pendelt zwischen +1 und +2 mA
Bei KAT Fahrzeugen:
Bei RÜF Fahrzeugen:
Eine Tabelle mit Sollwerten zum jeweiligen Motor auch für
die verschiedenen Übergangszustände findet sich im WIS von Mercedes Benz.
6.4
Kaltstartventil überprüfen
Das Kaltstartmagnetventil wird während des
Kaltstartvorgangs geöffnet und bleibt danach zur Nachstartanhebung je nach
Außen- und Motortemperatur nur noch wenige Sekunden geöffnet.
Entscheidend ist, sofern die Spulenwicklung und die
Verkabelung zum Kraftstoffpumpenrelais in Ordnung sind, dass das Ventil im
geschlossenen Zustand dicht ist und sich an der Düse keine Tropfen bilden. Auch
bei geöffnetem Ventil sollte ein sauberer breitzerstäubter Strahl entstehen und
es dürfen sich keine Tropfen bilden.
6.5 Leerlaufdrehsteller überprüfen
Der Leerlaufsteller öffnet einen Luftquerschnitt an der
Drosselklappe vorbei (Bypassquerschnitt; ein Notquerschnitt bleibt auch ohne
Stromfluss durch den Magnetanker vorhanden) und hält die Leerlaufdrehzahl des
Motors in allen Betriebs- und Übergangszuständen aufrecht bzw. erhöht sie
entsprechend. (vgl. Leerlaufdrehzahlregelung)
Entscheidend ist hier, sofern die Spulenwicklung und die
Verkabelung zum Steuergerät in Ordnung sind, dass die Bypassschläuche und deren
Anschlüsse an Gummigehäuse des Luftmassenmessers und Ansaugspinne in
einwandfreiem Zustand sind um unkontrolliertes Falschluftziehen zu vermeiden.
Rechtecksignal des Leerlaufstellers zwischen Pin 1 und
Fahrzeugmasse
Achtung: Oszilloskopeinstellung war hier
falsch! Das Signal ist selbstverständlich kein Wechselspannungssignal, sondern
schwankt ungefähr von 0-12V!

6.6 l-Sonde überprüfen
Durch eine chemische Reaktion an der Oberfläche wird von
der l-Sonde mehr oder weniger Spannung ausgegeben, die zum Sauerstoffgehalt des
Abgases indirekt proportional ist.
Das funktioniert grob gesagt folgendermaßen: Durch die hohe
Verbrennungstemperatur des Ottomotors oxidieren mehrere „reduzierende Gase“
direkt mit dem Restsauerstoffgehalt im Abgas. Je nachdem ob das
Gemisch fetter oder magerer, d.h. weniger oder mehr Restsauerstoff im Abgas nach
der Verbrennung vorhanden ist laufen diese Reaktionen nur unvollständig (bis
kein Rest-O2 mehr vorhanden ist) oder vollständig ab (bis keine
Reduktionsgase mehr vorhanden sind) Diese Reaktion findet außerdem
auf der beheizten Oberfläche der l-Sonde statt, wobei die Reduktionsgase dann
mit der Metalloxid-Halbleiterschicht der Sondenoberfläche oxidieren.
Die Reaktion an der l-Sonde steht mit der direkt nach der
Verbrennung im Volumengleichgewicht, wobei die unter Verbrennungstemperaturen
entstehenden Oxide gegenüber denen an der l-Sonde zuerst entstehen. (aufgrund
der temperaturungünstigeren und entfernteren Lage der l-Sonde) Abhängig vom
Restsauerstoffgehalt sind an der l-Sonde nur noch wenig oder etwas mehr
Reduktionsgase vorhanden, d.h. es entstehen nur wenig oder viel Oxide. Je mehr
Oxide an der l-Sonde durch Reduktion der Metalloxid-Oberfläche entstehen, desto
leitender wird die akzeptordotierte Metalloxid-Halbleiterschicht, wodurch mehr
Spannung ausgegeben wird.
Damit ist die l-Spannung indirekt proportional zum
Restsauerstoffgehalt im Abgas. Da der Sauerstoffgehalt im Abgas von der
Gemischzusammensetzung abhängt, kann das Steuergerät die Gemischzusammensetzung
errechnen, wobei die l-Sonde damit als Ist-Größe im Gemischregelzyklus dient.
Entscheidend ist hier, sofern die Verkabelung zum Steuergerät in Ordnung und die
Sonde ein Signal ausgibt, dass die Heizwicklung intakt ist. Zudem altern
l-Sonden nach einer gewissen Laufleistung auch (was sich im Motorlauf nur selten
bemerkbar macht). Generell gilt: „Je mehr km die Sonde gelaufen ist desto
stärker nimmt die Regelgenauigkeit ab“
Bei gealterten Sonden tritt folgendes auf:
-
Die
Spannungsamplitude nimmt ab, d. h. die Min-/Maxspannungswerte werden nicht
mehr erreicht. Eine sichere Mager-/Fetterkennung ist nicht mehr möglich
-
Die
Periodendauer vergrößert sich deutlich, d. h. die Sonde reagiert zu Träge auf
Gemischveränderungen. Die Frequenz der Sonde ist für optimale Regelung zu
langsam
Häufig sinkt der Kraftstoffverbrauch nach dem Einbau einer
neuen Sonde geringfügig. Da meine l-Sonde erst vor ca. 4000 km
ausgewechselt wurde kann das Oszilloskopbild zu Referenzzwecken verwendet
werden.

6.7 Schaltplan KE-Jetronic

| Regelgrößen |
Relaisschaltungen |
Externe Signale und Anschlüsse |
| R1 = elektrohydraulischer Drucksteller |
RS 1 = „KVS Kickdown“ (Kraftstoffpumpenrelais) |
X1 = Anschluss Starter Klemme 50 |
| R2 = Stauscheibenpotentiometer |
RS 2 = Überspannungsschutzrelais |
X2 = zum Getriebeschalter |
| R3 = Lambdasonde |
SG = Stecker KE-Steuergerät |
X3 = Geschwindigkeitssignal |
| R4 = Wassertemperaturfühler |
P = Kraftstoffpumpe |
X4 = Anschluss Diagnosebuchse Pin 3 |
| R5 = Ansauglufttemperaturfühler |
|
X5 = zur Klimaanlage |
| R6 = Abgleichstecker KE Steuergerät |
|
X6 = zum Kickdownschalter |
| R7 = Drosselklappenschalter (Leerlauf-/Volllastkontakt) |
|
X7 = zum Zündsteuergerät Klemme 2 |
| R8 = Mikroschalter Schubabschaltung |
|
X8 = zum Zündsteuergerät Klemme 1 |
| R9 = Kaltstartventil |
|
|
| R10 = Leerlaufsteller |
|
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7. CO-Einstellung prüfen und korrigieren
Generell muss der CO-Gehalt normalerweise nie verstellt
werden, wenn er einmal richtig eingestellt wurde.
Einzustellen ist dieser auch nur mit viel Gefühl und auch
nur am Abgastester. Wenn man ohne Abgastester an der Einstellschraube herumdreht
kann es durchaus passieren, wenn beispielsweise in die falsche Richtung gedreht
wird, dass der Motor beim Stellen plötzlich abstirbt und nicht mehr anspringt.
(Abmagerung/Überfettung)
Als erstes ist die Auspuffanlage auf Dichtheit hin zu
überprüfen. Werden grobe Undichtigkeiten festgestellt sollten diese
vorübergehend mit einer speziellen Auspuffdichtpaste abgedichtet werden um das
Einziehen von Sauerstoff ins Abgas zu vermeiden.
Zum Einstellen kann der Luftfilterkasten abgenommen werden.
Eingestellt und überprüft wird grundsätzlich nur bei absolut betriebwarmem Motor
nach einer Fahrt von mehr als 10km.
Ø
Messbeispiel: (11/03 302.266 km)
Abgasmessung am M103941 KAT (260SE) bei absolut betriebswarmem Motor und gut
konditioniertem Katalysator bei Leerlaufdrehzahl 720 U/min +-15U/min.
Wie aus dem Messbeispiel ersichtlich ist der Leerlauf
CO-Gehalt im Abgas nach dem Katalysator, sofern dieser intakt ist nicht mehr
messbar. (Grenzwert im Leerlauf: 0,1 % Vol). Auch der Sauerstoffgehalt sollte
bei intakter l-Regelung, dichter Auspuffanlage und dichtem Ansaugtrakt sehr
gering sein, da sich ein Großteil des Abgasrestsauerstoffgehalts im Katalysator
sammelt und erst das Stattfinden mehrer Rückreaktionen der Abgase ermöglicht.
Der vom Tester (aus CO, CO2, HC und O2)
errechnete l-Wert von 0,997 ist nahezu 1 und zeigt dass das Gemisch
stöchiometrisch ist, d.h. minimaler Kraftstoffverbrauch bei idealem Motorlauf.
7.1 CO überprüfen und einstellen
-
Multimeter zwischen Pin1 des elektrohydraulischen
Druckstellers und Kabelstrang anschließen. (Plus an ehD, Minus an Kabelstrang)
-
Kraftstoffverdunstungsanlage außer Kraft setzen.
-
Motor an Abgastester anschließen und starten. Der
CO-Gehalt nach dem Katalysator ist, sofern dieser betriebswarm ist kaum
wahrzunehmen (s. voriges Beispiel). Bei Fahrzeugen ohne Katalysator sollte er
zwischen 0,5 und 1,5 [% Vol] liegen.
Am Aussagekräftigsten über die Gemischzusammensetzung ist
hier das von einem modernen Tester errechnete „l-Verhältnis“ (=Abweichung des
Gemisches vom stöchiometrischen Verhältnis). Dieses sollte im Leerlauf um
1,00.. ( betragen. Ist dies nicht der Fall, muss nachjustiert werden.
CO-Einstellschraube mit passendem Inbus-Schlüssel gegen Federkraft nach unten
drücken bis sie spürbar einrastet. Drehung nach rechts bedeutet fetteres
Gemisch, nach links magereres Gemisch.
Ist ein Lambda-Wert von 1,00 (+-0,01) konstant erreicht
wird mit der Feineinstellung begonnen. Je nach dem ob der mit dem Multimeter
gemessene Stellerstrom positiv oder negativ ist muss nachjustiert werden.
Positive Stromwerte bedeuten Gemischanreicherung (d.h. leicht „mager“
eingestellt), negative Stromwerte Gemischabmagerung (d.h. leicht „fett“
eingestellt). An der Einstellschraube ganz vorsichtig in die jeweilige Richtung
korrigieren bis sich ein Stellerstrom einstellt, der immer im positiven Bereich
< 3mA pendelt (Der Stellerstrom im Leerlauf muss schwanken, wenn die
Lambda-Regelung intakt ist!). Ist dies der Fall, werden die Abgasgrenzwerte
erfüllt und der Motorlauf für gut befunden ist die CO-Einstellung damit
abgeschlossen. Alle Veränderungen zwecks der CO-Einstellung am Fahrzeug wieder
rückgängig machen.
8.0 Was euch in Zukunft noch erwartet kann
Ein weiteres Problem mit dem viele Mercedesfahrer bislang
leben müssen ist das Startproblem im „halbkalten“ Zustand (Fzg. betriebswarm
gefahren und einige Stunden abgestellt; Beim ersten Starten macht der Motor den
Anschein als wolle er anspringen und sofort stirbt wieder ab, nach erneutem
längeren Startvorgang läuft der Motor dann wenn alle Zylinder mal „aufgewacht
sind“ tadellos) Zwar weiß ich und andere Leute bereits wo man hier ansetzen
muss, jedoch scheint das ähnlich umfangreich wie die Poti-Geschichte zu sein.
Wenn es mir gelingen sollte entscheidende Fortschritte zu machen werde ich wohl
auch hier Material zur Verfügung stellen.
Ein weiterer Punkt wäre das Auswerten von
Tastverhältnismessungen zur aussagekräftigen Fehlerdiagnose, wobei ich hier erst
noch einiges an Erfahrungen sammeln muss.
Zudem könnte ich mir vorstellen dass irgendwann zusätzlich
noch ein paar Erfahrungen und Tipps zu einigen mechanischen Komponenten der
KE-Jetronic erscheinen werden. Aber das liegt alles noch in entfernter Zukunft!
In dieser Hinsicht wünsche ich frohes Gelingen und
weiterhin viel Spaß mit den Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz.
Sternengruß,
Jochen Fuchs
Besten Dank noch an Christian Martens, den Autor der
ersten Anleitung in seinem
W 124 - Archiv, auf deren Basis dieser Artikel
entstand, sowie Harry Wochelen und Micha B. für die tatkräftige
Unterstützung bei der Veröffentlichung und Webbearbeitung! Weitere Anleitungen
und Erfahrungen zum W126 siehe auch unter W
126 - S-Klasse-Archiv.
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