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Ölwechsel in der Servo-Lenkung
Mercedes sieht für die Dauer eines Fahr- uglebens keinen
Ölwechsel für die Servo- lenkung vor. Holger mochte nicht darauf vertrauen,
dass das Öl auch in einem Al- ter, welches deutlich über das eines nor- |
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Ölwechsel in der Servo-Lenkung
malen Gebrauchsfahrzeuges hinausgeht, immer die ihm zugedachten Aufgaben in
vollem Maße erfüllt und hat es gewech- selt. |
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Werkzeug:
Material:
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MB Servoöl, ATF Dexron III oder ATF II D (1,4l für die
Endfüllung, 1-2l zum Spülen)
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Filtersatz A0004662104 (300SL)
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Dichtbeilage A0004661680 (300SL)
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Dichtring N007603008109 (300SL)
Die Servolenkung hat eine Hydraulik, deren Ölfüllung
während der Autolebensdauer laut MB nicht gewechselt werden muss. Doch was sieht
MB als Autolebensdauer an? Wer also sicher gehen möchte, der wechselt das Öl.
Zudem sind im W123-Forum einige Beiträge zu finden, dass
ein Servoölwechsel das Lenkspiel verringern soll. Mein Fingerbreit hat sich
nicht verringert, ich wüsste auch nicht warum sich das durch einen Ölwechsel
bessern sollte. Andererseits habe ich Beiträge unterschiedlicher Autoren
gesehen, die das erlebten. Vielleicht läuft es bei mir dafür jetzt etwas
seidiger.
Meine Vorgehensweise richtete sich nach einem Beitrag von
Jean-Claude hier im Forum und einer Anleitung aus dem W123-Fourm. Ich habe einen
Kompromiss dazwischen gewählt.
Das von MB vorgeschriebene Öl habe ich so nicht bei meinem
Teilehändler bekommen, laut verschiedener Beiträge sind die ATF-Öle nicht so
unterschiedlich und es wurden zwei Typen mehrfach empfohlen. In einem Beitrag
eines amerikanischen Forums warnen jedoch mehrere Autoren vor der Verwendung von
ATF, da es bei ihnen die Dichtungen angegriffen hätte. Bei Castrol versicherte
man mir hingegen telefonisch die Verträglichkeit ihres mineralischen Castrol
TQ-D, das bei mir rein floss, mit KFZ aus den 80ern.
Idealerweise stellt man den Wagen auf die Hebebühne, es
geht aber auch ohne. Da im Stand ohne Motor gelenkt werden muss, sollte man das
dann vorher mit seiner zarten Hälfte diskutieren.

Zunächst öffnet man den Deckel des Vorratsbehälters der
Servopumpe (oder MB Lenkhelfpumpe). Dann geht es unter den Wagen, wo die
Ablassschraube am Lenkgetriebe rauskommt. Clever, wer vorher etwas nach links
gelenkt hat, dann kann derjenige mit einer Hand die leere Ölflasche unter den
Auslass halten und mit der anderen Hand die Schraube rausdrehen. Vorsicht: Je
größer der Lenkausschlag ist, desto dicker ist der Strahl, der rauskommt! So
fließt das Öl dann eine Weile. Wenn der Strahl dünner wird, sollte die helfende
Person das Lenkrad voll einschlagen. Dann wieder eine halbe Umdrehung zurück und
wieder voller Ausschlag. Wenn die 1l Auffangflasche voll wird, muss die
Lenkstellung nur in die Mitte, dann kommt nichts mehr raus.
Das Problem an der Geschichte ist, wie man möglichst alles
Öl aus dem System bekommt. Das W123-Forum schlägt vor, bei laufendem Motor das
Öl von der Pumpe rausdrücken zulassen, bis die Servopumpe beginnt zu schnarren.
Da diese dann trocken läuft und die ersten Geräusche bereits bei nicht leerem
System auftreten, empfehle ich das Vorgehen nicht. Mit dem oben beschriebenen
Pumpen ohne Motor habe ich einen guten Liter aus dem System bekommen, 1,4l sind
allerdings drin. Evtl. würde es helfen, von linkem zu rechtem Anschlag zu
lenken, um alles Öl herauszubekommen. Dabei kommt aber der Lenkhebel in den Weg
der Auffangflasche und man bräuchte eine muskulösere Lenkhilfe, als ich sie
hatte (alternativ unters Auto wollte sie auch nicht).
Nun kommt die Ablassschraube wieder handfest geschraubt an
den alten Platz. Einen kleinen Schluck Öl (200ml) einfüllen und wie gehabt
wieder ablassen. Danach das System so weit füllen, dass die Servopumpe richtig
mit Öl versorgt wird, d.h. den Vorratsbehälter voll machen, und den Helfer den
Motor kurz starten lassen. Dabei leert sich der Vorratsbehälter rasant schnell.
Man muss also entweder schnell genug nachkippen oder den Motor sofort wieder
ausschalten (deshalb der Helfer).
Nun kann man einmal um den Block fahren oder im Stand eine
Weile von links nach rechts bei eingeschaltetem Motor (also mit
Servounterstützung) lenken. Das vermengt die alten Rückstände mit dem sauberen
Öl an allen Stellen. Dann kommt auch das Öl wieder raus. Den Vorgang kann man
natürlich wiederholen, wenn das Öl noch stark verschmutzt rauskommt. Wenn es
sauber genug ist, schraubt man die Ablassschraube mit einer neuen kupfernen
Dichtbeilage ein.

Nun wird die Mutter von der Gewindestange im
Vorratsbehälter gedreht und die Feder mit dem darunter liegenden Filter
herausgenommen. Jetzt den neuen Filter, die Feder etc wieder rein und die Mutter
drauf bis zum Anschlag. Dann folgt die endgültige Befüllung mit Servoöl. Da sich
die Anlage selbst entlüftet, sollte man wieder eine Weile von links nach rechts
zum Auffüllen lenken und nach der nächsten kurzen Spritztour kontrollieren. Bei
80°C warmen Öl soll der Flüssigkeitsstand 18-26mm unterhalb des Behälterrandes
liegen, bei 20°C warmen Öl zwischen Min und Max. Bevor der Deckel des
Vorratsbehälters montiert wird, erhält auch dieser noch eine neue Dichtung.
Holger (T)
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