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46-Lenkung: Ölwechsel an der Servo-Lenkung
Geschrieben am Donnerstag, 12.Februar 2004 @ 09:52:00 CET
Thema: Erfahrungsberichte
Erfahrungsberichte
Ölwechsel in der Servo-Lenkung

Mercedes sieht für die Dauer eines Fahr- uglebens keinen Ölwechsel für die Servo- lenkung vor. Holger mochte nicht darauf vertrauen, dass das Öl auch in einem Al- ter, welches deutlich über das eines nor-

Ölwechsel in der Servo-Lenkung

malen Gebrauchsfahrzeuges hinausgeht, immer die ihm zugedachten Aufgaben in vollem Maße erfüllt und hat es gewech- selt.



Werkzeug:

  • Maulschlüssel (SW 8-13, je nach Lenkgetriebe – 300SL: 13)

  • Auffangflasche (z.B. leere 1l Ölflasche)

  • Gummihandschuhe

  • Zweite Person

Material:

  • MB Servoöl, ATF Dexron III oder ATF II D (1,4l für die Endfüllung, 1-2l zum Spülen)

  • Filtersatz A0004662104 (300SL)

  • Dichtbeilage A0004661680 (300SL)

  • Dichtring N007603008109 (300SL)

Die Servolenkung hat eine Hydraulik, deren Ölfüllung während der Autolebensdauer laut MB nicht gewechselt werden muss. Doch was sieht MB als Autolebensdauer an? Wer also sicher gehen möchte, der wechselt das Öl.

Zudem sind im W123-Forum einige Beiträge zu finden, dass ein Servoölwechsel das Lenkspiel verringern soll. Mein Fingerbreit hat sich nicht verringert, ich wüsste auch nicht warum sich das durch einen Ölwechsel bessern sollte. Andererseits habe ich Beiträge unterschiedlicher Autoren gesehen, die das erlebten. Vielleicht läuft es bei mir dafür jetzt etwas seidiger.

Meine Vorgehensweise richtete sich nach einem Beitrag von Jean-Claude hier im Forum und einer Anleitung aus dem W123-Fourm. Ich habe einen Kompromiss dazwischen gewählt.

Das von MB vorgeschriebene Öl habe ich so nicht bei meinem Teilehändler bekommen, laut verschiedener Beiträge sind die ATF-Öle nicht so unterschiedlich und es wurden zwei Typen mehrfach empfohlen. In einem Beitrag eines amerikanischen Forums warnen jedoch mehrere Autoren vor der Verwendung von ATF, da es bei ihnen die Dichtungen angegriffen hätte. Bei Castrol versicherte man mir hingegen telefonisch die Verträglichkeit ihres mineralischen Castrol TQ-D, das bei mir rein floss, mit KFZ aus den 80ern.

Idealerweise stellt man den Wagen auf die Hebebühne, es geht aber auch ohne. Da im Stand ohne Motor gelenkt werden muss, sollte man das dann vorher mit seiner zarten Hälfte diskutieren.

Zunächst öffnet man den Deckel des Vorratsbehälters der Servopumpe (oder MB Lenkhelfpumpe). Dann geht es unter den Wagen, wo die Ablassschraube am Lenkgetriebe rauskommt. Clever, wer vorher etwas nach links gelenkt hat, dann kann derjenige mit einer Hand die leere Ölflasche unter den Auslass halten und mit der anderen Hand die Schraube rausdrehen. Vorsicht: Je größer der Lenkausschlag ist, desto dicker ist der Strahl, der rauskommt! So fließt das Öl dann eine Weile. Wenn der Strahl dünner wird, sollte die helfende Person das Lenkrad voll einschlagen. Dann wieder eine halbe Umdrehung zurück und wieder voller Ausschlag. Wenn die 1l Auffangflasche voll wird, muss die Lenkstellung nur in die Mitte, dann kommt nichts mehr raus.

Das Problem an der Geschichte ist, wie man möglichst alles Öl aus dem System bekommt. Das W123-Forum schlägt vor, bei laufendem Motor das Öl von der Pumpe rausdrücken zulassen, bis die Servopumpe beginnt zu schnarren. Da diese dann trocken läuft und die ersten Geräusche bereits bei nicht leerem System auftreten, empfehle ich das Vorgehen nicht. Mit dem oben beschriebenen Pumpen ohne Motor habe ich einen guten Liter aus dem System bekommen, 1,4l sind allerdings drin. Evtl. würde es helfen, von linkem zu rechtem Anschlag zu lenken, um alles Öl herauszubekommen. Dabei kommt aber der Lenkhebel in den Weg der Auffangflasche und man bräuchte eine muskulösere Lenkhilfe, als ich sie hatte (alternativ unters Auto wollte sie auch nicht).

Nun kommt die Ablassschraube wieder handfest geschraubt an den alten Platz. Einen kleinen Schluck Öl (200ml) einfüllen und wie gehabt wieder ablassen. Danach das System so weit füllen, dass die Servopumpe richtig mit Öl versorgt wird, d.h. den Vorratsbehälter voll machen, und den Helfer den Motor kurz starten lassen. Dabei leert sich der Vorratsbehälter rasant schnell. Man muss also entweder schnell genug nachkippen oder den Motor sofort wieder ausschalten (deshalb der Helfer).

Nun kann man einmal um den Block fahren oder im Stand eine Weile von links nach rechts bei eingeschaltetem Motor (also mit Servounterstützung) lenken. Das vermengt die alten Rückstände mit dem sauberen Öl an allen Stellen. Dann kommt auch das Öl wieder raus. Den Vorgang kann man natürlich wiederholen, wenn das Öl noch stark verschmutzt rauskommt. Wenn es sauber genug ist, schraubt man die Ablassschraube mit einer neuen kupfernen Dichtbeilage ein.

Nun wird die Mutter von der Gewindestange im Vorratsbehälter gedreht und die Feder mit dem darunter liegenden Filter herausgenommen. Jetzt den neuen Filter, die Feder etc wieder rein und die Mutter drauf bis zum Anschlag. Dann folgt die endgültige Befüllung mit Servoöl. Da sich die Anlage selbst entlüftet, sollte man wieder eine Weile von links nach rechts zum Auffüllen lenken und nach der nächsten kurzen Spritztour kontrollieren. Bei 80°C warmen Öl soll der Flüssigkeitsstand 18-26mm unterhalb des Behälterrandes liegen, bei 20°C warmen Öl zwischen Min und Max. Bevor der Deckel des Vorratsbehälters montiert wird, erhält auch dieser noch eine neue Dichtung.

Holger (T)


 
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Re: Ölwechsel an der Servo-Lenkung (Punkte: 1)
veröffentlicht von Tessky am Freitag, 21.Mai 2004 @ 08:27:16 CEST
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Gute Anleitung.
Da ich keinen Lift habe, habe ich mit einem hydraulischen Wagenheber mittig unter dem Achsträger den Wagen soweit angehoben, bis die Räder frei waren. Danach konnte ich das Rad von Han von einem Anschlag zum anderen bewegen und so das Öl rauspumpen. Habe dann neues Öl aufgefüllt, den Motor kurz laufen lassen und die ganze Prozedur nochmals durchgeführt.

Martin



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