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40-Räder: Kleine Reifenkunde
Geschrieben am Dienstag, 22.Oktober 2002 @ 18:48:08 CEST
Thema: Vorsorge
VorsorgeZur Ergänzung der Reifen & Felgen-Übersicht führt Gismo in einem kleinen Diskurs in die Linguistik der Reifenbeschriftung ein.

Alter
Reifen unterliegen natürlichen Alterungsprozessen, sie verlieren mit der Zeit ein wenig an Haftung und Elastizität. Spezielle Substanzen, die bei der Reifenfertigung eingesetzt werden, verlangsamen diesen Vorgang. Eine sachgerechte Lagerung kann den Alterungsprozess ebenfalls herauszögern. Ein Fahrzeug aber, dass jahrelang abgemeldet war, sollte im Interesse der Fahrsicherheit neu bereift werden. Aufschluss über das Reifenalter gibt die DOT- Nummer auf der Reifenflanke.

DOT- Nummer
DOT steht für das amerikanische ''Department of Transportation''. Die DOT- Nummer auf der Reifenflanke besagt nicht nur, dass der Reifen den US-Bestimmungen entspricht. Die letzten drei Ziffern geben auch Auskunft über das Alter des Reifens: Demnach steht ''406'' zum Beispiel für die 40. Produktionswoche 1986. Bei Reifen, welche in den neunziger Jahren produziert wurden, befindet sich zusätzlich hinter der DOT- Nummer ein Dreieck. Der so gekennzeichnete Reifen in Bild zwei wurde also in der 37. Produktionswoche im Jahr 1995 produziert. Seit dem 01. 01. 2000 werden die Bauwoche und das Baujahr eines Reifens vierstellig festgehalten. Das bedeutet, dass die letzten vier Ziffern der DOT- Nummer Bauwoche und Baujahr des Reifens vorgeben: ''3700 bedeutet also die 37. Woche 2000.

Auswuchten
Das Auswuchten eines Reifens ist die Voraussetzung für Fahrkomfort und die Vermeidung von Vibrationen, die das Fahrverhalten beeinträchtigen. Letztere werden durch eine ungleiche Massenverteilung hervorgerufen. Gegengewichte an der Felge gleichen die Unwuchten aus, die bei der Drehbewegung des Reifens entstehen.

Einfahren
Die Oberfläche eines fabrikneuen Reifens ist sehr glatt und muss erst aufgeraut werden, um seine Haftungsqualitäten entfalten zu können. Ein kontrolliertes Einfahren der Lauffläche ist deshalb unerlässlich.

Kennzeichnung
Die auf den Flanken angebrachte Ziffern und Buchstabenfolge lüftet die Identität eines Reifens. Neben dem Reifentyp und dem Herstellungsdatum (DOT- Nummer) werden das Querschnittsverhältnis (2 = Angabe in Prozent zur Reifenbreite), die Reifenbreite (1 = Angabe in mm), die zulässige Höchstgeschwindigkeit (6 = Angabe in Großbuchstaben laut Tabelle), die Reifenbauart (3 = "R" steht für "Radial"- Bauweise), der Felgendurchmesser (4 = Angabe in Zoll) und die maximale Tragfähigkeit (6 = Angabe als Load- Index laut Tabelle) ausgewiesen. Hinzu kommen Angaben, ob es sich um eine Schlauchlos-Typ oder eine Bereifung ohne Schlauch handelt, sowie ein Pfeil, der die Laufrichtung anzeigt





Lagerung
Der ideale Aufbewahrungsort für Reifen ist dunkel, trocken, kühl und nicht zu stark belüftet. Auf keinen Fall sollten Reifen zusammen mit Chemikalien, Schmiermitteln oder Treibstoff gelagert werden. Wird ein PKW über einen längeren Zeitraum abgestellt, zum Beispiel zur Überwinterung und das Entlasten der Räder durch Aufbocken des Fahrzeuges ist nicht möglich, dann empfiehlt es sich den Luftdruck in den Reifen auf 3,5 bar zu erhöhen um der Entstehung von Standplatten vorzubeugen.

Luftdruck
Der richtige Luftdruck ist Voraussetzung für ein einwandfreies Fahrverhalten. Kilometerleistung, Bremsweg oder Kurvenhaftung hängen auch von einer korrekten Luftfüllung ab. Der Luftdruck -- Hinweise finden sich in der Bedienungsanleitung oder an der Innenseite der Tankklappe -- wird grundsätzlich bei kaltem Reifen und am besten wöchentlich gemessen. Zu hoher Luftdruck beeinträchtigt den Komfort und erhöht den Verschleiß, zu wenig Luft im Reifen führt zu erhöhter Walkarbeit und Erwärmung. Reifenschäden können die Folge sein -- im schlimmsten Fall eine Ablösung der aufvulkanisierten Lauffläche.

Profilarten



Profiltiefe
Laut StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) beträgt die Mindestprofiltiefe von PKW- Reifen 1,6 mm. In der Praxis erweist es sich als sinnvoll, schon vor Erreichen dieses Minimalwertes in einen Reifenwechsel zu investieren. Gemessen wird die Profiltiefe im Mittenbereich der Lauffläche.

TL
TL ist die Kurzform für "tubeless", die Bezeichnung für Schlauchlosreifen.



Tragkraft
Die maximale Tragkraft eines Reifens ist ebenfalls auf der Reifenflanke vermerkt. Ein PKW- Reifen der Dimension 205/70 R 14 95 V hat einen Load- Index von 95 und damit eine Höchsttragfähigkeit von 690 kg.

TT
TT oder Tube Type besagt, dass es sich um einen Reifen handelt, der mit Schlauch gefahren wird.

Ventilkappe
Niemals ohne! Die fest sitzende Ventilkappe verhindert, dass es bei hohem Tempo zu plötzlichem Druckverlust kommt, weil die einwirkenden Fliehkräfte das Ventil öffnen.


Gismo

 
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