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54-Elektr.Ausrüstung: Öltemperaturanzeige im SL
Geschrieben am Montag, 04.Oktober 2004 @ 06:00:00 CEST
Thema: Erfahrungsberichte
Erfahrungsberichte
Einbau einer Öltemperaturanzeige in den SL

Das Motoröl erwärmt sich langsamer als das Kühlwasser. Wann der SL richtig temperiert ist, ist mit der handelsüblichen Ausstattung nicht zu erfahren.

Einbau einer Öltemperaturanzeige in den SL

Mario schildert uns hier, wie er an die richtige Information kommt und wie diese nachgerüstet werden kann.



Einbau einer Öltemperaturanzeige, damit wir wissen, wann wir ohne Schaden den SL fordern können. Einbau einer Öltemperaturanzeige

Öltemperaturanzeige

Seit ich meinen 350er SL im Dezember 2001 erworben habe störte es mich immer wieder, keine Informationen über die aktuelle Öltemperatur zu haben.

Mein Alltagsfahrzeug (kein Mercedes) verfügt über eine Öltemperaturanzeige und dort zeigt sich immer wieder, dass die Wassertemperatur zwar nach einigen Kilometern erreicht ist, die Öltemperatur hingegen je nach Außenwitterung und Fahrstrecke 10 bis 15 km benötigt um einen Wert von 60 Grad Celsius zu erreichen. Vor erreichen der Betriebstemperatur sollte man dem Motor erhöhte Drehzahlen ersparen.

Der M 116.982er Motor mit ca. 8 Litern Ölvolumen benötigt schon einige Kilometer, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Soweit vorab, laut meiner nun eingebauten Anzeige und sommerlichen Außentemperaturen legt man zwischen 12 und 15 Kilometer zurück, um die Marke von 60 ºC zu erreichen. Im Winter werden noch ein paar Kilometer hinzu kommen.

Lange habe ich überlegt, welche Anzeigedarstellung ich im 107er wählen würde. Eine Möglichkeit wäre ein Rundinstrument, wie von Willy bereits realisiert und vorgestellt.

Eine andere Variante wäre eine einfache zweifarbige Anzeige (Duo-LED). Grün leuchtet, wenn die Öltemperatur unter 60 Grad beträgt. Rot leuchtet bei einer Temperatur von z.B. über 120 Grad Celsius auf. Die letzte Variante wäre sicherlich stilechter gewesen und man hätte diese fast unsichtbar in die Instrumenteneinheit einbauen können.

Letztendlich habe ich mich für eine digitale Öltemperaturanzeige entschieden und diese relativ unauffällig in die Anzeigelichtleiste (Blinker, Fernlicht usw.) eingebaut.

über Ebay habe ich die Anzeige zufällig entdeckt und ersteigert. Sie wird dort -auch heute noch-, Stand Juli 2004- von der Fa. A.E.V. GmbH online-shop aus Bottrop angeboten. Ich habe die Temperaturanzeige mit Geber für rund 40 € erworben. Sie besteht aus einer in SMD-Technik gefertigten Schaltung mit einer aufgelöteten Anzeige. Diese wird über mehrere SMD-LEDs, die ebenfalls auf der Platine aufgebracht sind, beleuchtet.

Wichtig war und ist für mich, dass die Anzeige rückstandslos ausgebaut werden kann. Auch wusste ich zu Beginn der Arbeiten nicht, ob der Einbau so wie ich ihn mir vorstellte, auch glücken würde. Daher habe ich mir, wieder über Ebay, ein Instrumentengehäuse ersteigert und die Arbeiten dort ausgeführt.

Die digitale Anzeige wurde von mir in die Anzeigeeinheit der Kontrollleuchten mittig eingebaut. Da ich Besitzer von einem frühen 107er bin, war dort ausreichend Platz vorhanden. Mein Modell verfügt nur über die Anzeigen für Blinker links und rechts, Feststellbremse/ Bremsflüssigkeitsstand, Ladung der Batterie und Fernlicht. Bei den späteren Modellen dürfte es Platzprobleme geben, dort die Anzeige unter zu bringen.

Arbeitsablauf

Als erstes habe ich die Instrumenteneinheit ausgebaut (vorher Lenkrad demontieren) und in die Einzelteile zerlegt, d.h. Ausbau des Tachometers inklusive Potentiometer für die Helligkeitssteuerung der Nachtbeleuchtung, den Drehzahlmesser und die Multifunktionsanzeige (Tankuhr, öldruck und Wassertemperatur). Entfernen des Innendeckels und Ausbau der Plastikschiene (enthält die Symbole für Blinker, Fernlichts usw.) durch entfernen der 4 Befestigungsschrauben.

Die Platine der Öltemperaturanzeige passt selbst nicht in den schmalen Schacht der Kontrollanzeigen. Daher musste ich das Display von der Steuerelektronik durch Verlängerung der LCD-Pins abheben. Trotzdem ist durch die Abstandsvergrößerung gewährleistet, dass die SMD-LEDs (6 weißlig;e Punkte) auf der Platine das LCD-Display ausreichend beleuchten.

Mit einer Schlüsselfeile musste ich die Aussparung soweit in der Höhe auffeilen, dass das Display passte.

Das LCD-Panel habe ich mit Sekundenkleber auf den Seiten fixiert.

Die Blindkammern (gemeint sind die unbelegten Plätze) der Kontrollleuchten sind serienmäßig mit einem etwas dickerem schwarzen Papier abgedeckt.

Dieses aus dem Bastlerzubehör besorgt, habe ich mir eine Abdeckung mit einem kleinen Teppichmesser passend zugeschnitten.

Da die Öltemperaturanzeige von Brabus stammt, ist dort auch bei aktivierter Anzeige ein Schriftzug "BRABUS"; zu sehen. Dieser Schriftzug wollte ich aber in meinem 107er nicht sichtbar sein. Daher habe ich die Aussparung beim schwarzen kartonierten Papier auf das Ölsymbol und die Temperaturanzeige beschränkt. Dann kann man die Instrumententafel in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen bauen.

Zuvor musste ich aber den Rückwanddeckel der Tachoeinheit durch zwei Schrauben entfernen und die untere Aussparung wegen der Platine vergrößern. Dann wieder Tachoeinheit und Deckel zusammenführen und einbauen.

Außerdem habe ich die Spannungsversorgung für die Anzeige (geschaltete Plus-Ader und Masse) an der Platine des Drehzahlmessers abgegriffen. Dann noch zwei Adern für den Anschluss des Temperaturgebers und das ganze mit einem Kabelbinder als Zugentlastung befestigt.

Die Platine habe ich mit Klebeband noch einmal mechanisch stabilisiert und zusätzlich so vor ungewollten elektrischen Verbindungen geschützt.

Dann noch eine 2adrige Leitung vom Cockpit aus am Öldruckschlauch entlang über die Gummitülle in den Motorraum bis zur Ölablassschraube verlegt.

Auf der Tachoseite anschließen und die restlichen Verbindungen wieder herstellen und die Instrumenteneinheit wieder montieren. Das Lenkrad kann dann auch schon wieder montiert werden.

Noch ein kleiner Hinweis an dieser Stelle: beim Aus- und Einbau der Instrumenteneinheit immer die Batterie (Masse) abklemmen um ungewollte Kurzschlüsse und Folgeschäden zu vermeiden.

Dann stellte sich noch ein zu Beginn nicht unerhebliches Problem.

Die Ölablassschraube hat ein Feingewinde der Größe M 26, der Fühler einen Normalgewinde mit M 12.

Ich benötigte also einen Adapter, leider habe ich lange vergebens gesucht. Einen passenden Adapter für die oben beschriebene Größe konnte ich nicht finden.

Von Willy kam der Hinweis, dass VDO einen Öltemperaturgeber in der Ausführung M 26 anbietet. Auch der Geber für meine Anzeige stammt von VDO. Diesen habe ich mir dann für ca. 25 Euro auf Verdacht bestellt, ohne zu wissen, ob seine NTC-Kennlinie mit meinem vorhandenen Fühler übereinstimmt.

Endlich angekommen stellte sich sehr schnell heraus, dass beide NTC-Fühler unterschiedliche Kennlinien aufweisen und auch in ihren Absolutwerten sehr unterschiedlich sind. Also war der Geber für mich nicht zu gebrauchen und umsonst.

Oder doch nicht? Nein, der M 26er Fühler wurde als Adapter umgebaut. Ich habe den Fühlerkopf abgedreht und dann mittig ein 10,2 Loch gebohrt. Danach habe ich ein M12er Innengewinde geschnitten und den M 12er Geber mit Kupferdichtring in den M 26er Adapter eingedreht. Nun die alte Ablassschraube entfernt und den Fühler samt Adapter, wieder mit neuem Dichtring, eingebaut. Abschließend den Fühler noch elektrisch anschließen.

Der erste Test: die Anzeige zeigt bei eingeschalteter Zündung erst einmal "LO ºC";. Der Anzeigebereich erstreckt sich von 50 bis 150 Grad. Nach mehreren Kaltstartphasen muss man bei sommerlichen Außentemperaturen schon ca. 10 Kilometer zurück legen, bis man die 50 Grad erreicht. Der Sprung bis zur 60er Marke geht dann recht schnell. Bei ruhiger Fahrweise pendeltet die Anzeige sich bei ca. 75 Grad ein.

In der Stadt fiel die Temperatur sogar wieder etwas ab. Autobahnfahrten habe ich seit dem Einbau noch nicht zurück gelegt.

Ich würde den Einbau jederzeit wiederholen. Die Anzeige fällt kaum auf, ist tagsüber wie auch in der Nacht gut ablesbar und doch dezent.

Gruß

Mario alias Zyklone


 
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