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47-Kraftstoffanlage: Austausch der Einspritzventile am M110
Geschrieben am Montag, 12.Dezember 2005 @ 06:00:00 CET
Thema: Wartung
Wartung
Austausch der Einspritzventile am M110

Der Motor M110 ist in den 70er jahren bei den Mercedesmodellen weit verbreitet. 3 Jahre nach der Markteinführung des SL kommt der Motor dort ebenfalls zum Einsatz. Im Laufe der Zeit bedarf das

Austausch der Einspritzventile am M110

Triebwerk deshalb einer gewissen Pflege. Ölwechsel und Kühlwasserprüfung (Frost- schutz) sind daher selbstverständlich. Relativ einfach ist auch der Austausch der Einspritzventile, die uns Alfons beschreibt.



Der Austausch der Einspritzventile am Motor M110

Nachfolgend ein kurzer Erfahrungsbericht zum Austausch der 6 Einspritzventile am M110. Der 280SLC hat zwar erst 110 tkm auf der Uhr, doch nach positiven Erfahrungen mit neuen Einspritzventilen am M102 bei ähnlicher km-Leistung wollte ich auch hier die Dinger wechseln. Zusätzlich zu den Ventilen habe ich die Gummidichtungen und die Kunststoffführungen mitgewechselt. Schließlich sollte am Schluß wieder alles nebenluft-dicht sein. Daß letztendlich 2 Einspritzventile nicht mehr richtig dicht waren zeigte sich erst beim Ausbau ...

Am M110 sind die Einspritzventile von der Seite eigentlich gut zugänglich, 1-4 betreffend, 5-6 erst nach Demontage einiger Teile des Gasgestänges und Benzinversorgung. Wäre ja auch sonst alles viel zu einfach und dem 107er nicht gerecht. Im nachfolgendem Bild sind die Einspritzventile mit einem roten Punkt markiert. Sonderwerkzeug ist nicht erforderlich, aber ein gutes Werkzeug erleichtert so manches.

Nachfolgend dargestellt der Wechsel an Zylinder 3 und 4

Motordeckel auf, dann begrüßen uns die Ventile von Zylinder 3 und 4. Nun beginnt der Ernst des Lebens. Als Erstes die Leitungen und Überwurfmuttern der Benzinleitung gründlich säubern. Die Überwurfmuttern werden ja auf der Benzinleitung zurückgeschoben und wenn da die Leitung verranzt ist, dann schiebt sich der Schmutz zwar mit hinter, aber eben auch wieder mit nach vorne, zur Dichtfläche am Ventil bzw. ins Ventil rein. Wie soll dann das Ventil dicht werden oder sinnvoll funktionieren? Ebenso hilfreich ist, wenn man das ganze Umfeld vorher sauber macht. Entweder mit Kaltreiniger an der Tanke (wegen Abscheider) oder auch Bremsenreiniger (auch an der Tanke wegen dem Abscheider).

Also danach runter mit den Überwurfmuttern und die Leitungen vorsichtig beiseite gebogen.

Dann die M8 Schraube zwischen den beiden Ventilen lösen. Jetzt kann man die Abdeckung, beide Ventile und die Kunstoffführungen aus dem Kopf ziehen.

Man vergleiche die alten Einspritzdüsen und Führungen mit den Neuteilen. Waren die Alten vielleicht in einen Diesel eingebaut ?

Nun vorsichtig die Bohrungen im Zylinder mit einem sauberen Tuch reinigen. Geht einiges raus! Wichtig die Reinigung, denn die Gummittüllen und O-Ringe der Kunststofführungen dichten hier ab. Das können Sie nur an sauberen Zylinderbohrungen. Ist alles sauber habe ich die Einspritzventile leicht mit Silikon eingeölt, ebenso die Kunstoffführungen mit den O-Ringen. Damit lassen sich die Gummitteile leicht richtig aufziehen und einschieben. Wichtig bei den schwarzen Gummidichtungen, die an den Ventilen sitzen: aufschieben bis zum Ende, nur dann sitzen sie richtig.

Und wieder reingebaut, Zusammenbau ist doch das Schönste .... . Anschließend die Kraftstoffleitungen wieder aufgeschraubt. Wichtig ist hier, die Leitungen nicht zu verdrehen. Kontrollieren kann man das, indem man das eingebaute Ventil in seiner Blechführung noch minimal in alle Richtungen verschieben kann. Ggf. mit sanfter Gewalt die Leitung biegen. Bis alles spannungsfrei ist.

Bei Zylinder 5 und 6 muß einiges weg. Man muß sich den Weg erst "freischrauben". Was soll´s, das ware ja sonst zu einfach und kein 107er mehr .... . Also Gasgestänge und die Benzidruckdose wegbauen. Auch hier ist Sauberkeit absolut wichtig, aber eben wegen schwieriger Erreichbarkeit auch nicht einfach.

Mit noch montiertem Gasgestänge sieht es dann so aus:

Die offenen Bezinleitungen habe ich nach dem Säubern mit sauberen Plastiktütchen abgeklebt, damit die Anschlüsse sauber bleiben.

Nun das Gleiche Procedere wie bei den vorhergehenden Ventile. Dann Ventile rein, Benzindose angeschlossen, Gasgestänge montiert und dann ist man schon wieder fertig. Nach dem Zusammenbau habe ich einen Dichtigkeitstest gemacht. Bei laufendem Motor habe ich die Einspritzventile und Gummidichtungen mit Startpilot angesprüht. Bei Undichtigkeiten wäre mit der Luft auch der Startpilot angesaugt worden. Eine Leerlauferhöhung wäre das Resultat. Bei mir war alles in Bester Ordnung. Gedauert hat der ganze Spaß einen lockeren halben Schraubertag. Dabei ist allerdings die Reinigung von Gasgestänge und dem ganzen Umfeld dabei. Am Mittag die Weißwürste ebenso .... .

Dank auch an Wolfgang B., der mich dabei moralisch unterstützt hat und insbesondere die Benzinleitungen spannungsfrei nachgezogen hat.

Alfons


 
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Re: Austausch der Einspritzventile am M110 (Punkte: 1)
veröffentlicht von Andreas420SE am Mittwoch, 17.März 2010 @ 17:01:04 CET
(Userinfo | Artikel schicken)
Schöner Bericht.

Kann man die Empfehlungen daraus auch auf den 420er übertragen? Mal abgesehn davon, dass man 2 Ventile mehr tauschen muss natürlich.
Oder gibt es da noch einiges andere zu beachten?



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