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82-Elektr. Anlage: Spannung und Strom im 107er, 2.Teil
Geschrieben am Samstag, 12.August 2006 @ 18:55:00 CEST
Thema: Erfahrungsberichte
Erfahrungsberichte
Strom und Spannung im 107er, 2. Teil

Im ersten Teil ging es um grundsätzliches zum Thema Spannung und Strom. Im zweiten Teil geht es langsam ans Eingemachte. Erklärt werden der elektrische Fensterheber, die elektrische
Strom und Spannung im 107er, 2. Teil

Spiegelverstellung, die Sitzheizung und die Heckscheibenheizung. Die anderen elektrischen Geräte folgen dann in den nächsten Ausgaben.


1.2 Teil Komfort, die elektrischen Fensterheber, die elektrische Spiegelverstellung, die Sitzheizung und die Heckscheibenheizung, Radio, die Klimaanlage

Im 1. Teil wurde beschrieben was es mit dem elektrischen Strom im 107er auf sich hat und wo die Massebezugspunkte zu messen sind.

In diesem zweiten Teil wollen wir uns mit ein bißchen Komfort im 107er beschäftigen.

Im Gegensatz zu Fahrzeugen der Neuzeit mit ihren BUS-Systemen ist der 107er noch diskret verkabelt. Jedes Kabel hat einen Anfang und ein Ende und erfüllt damit genau eine Funktion.

Dies ermöglicht uns eine einfache Fehlersuche mit einem Vielfachmeßgerät. Um Verfälschungen der Meßergebnisse durch das Meßgerät auszuschließen empfehlen sich Digitalmultimeßgeräte, wie diese bei Conrad-electronic ab ca. 50 Euro zu haben sind. Geräte darunter sind zu ungenau.

In der Überschrift wird als erstes der elektrische Fensterheber genannt. Fangen wir damit an.

1.2.1 Die elektrischen Fensterheber

Das System der elektrischen Fensterheber besteht ab dem Sicherungskasten aus den zugehörigen Kabeln nach links und nach rechts, den beiden Fensterheberschaltern, dem Relais Fensterheber, dem Relais Komfortschaltung, den Türkontaktschaltern, den Übergabepunkten in den Türen und den Elektromotoren in den Türen.

Im Bordnetz des 107er werden die elektrischen Fensterheber über die Sicherungen 3 und 4 und den Fensterheberschaltern in der Mittelkonsole mit Spannung und Strom versorgt. Wird der Fensterheber nicht betätigt, fließt auch kein Strom.

Von der Sicherung gelangt die Spannung über ein Kabel zum Fensterheberschalter.

Bei den Schaltern der Fensterheber handelt es sich um sogenannte Polwendeschalter. Diese Schalter sind in der Lage die Eingangsspannung am Ausgang nicht nur in der gleichen Richtung durchzulassen (zu schalten), sondern können auch die Spannung (Pole) am Ausgang tauschen (wenden). Damit es nicht zum Kurzschluß mit der Karosserie kommt, wird die Spannung (+12 Volt und 0 Volt) zu den Fensterhebern ab dem Fensterheberschalter mit zwei Kabeln zu den Türen geführt.

In den Türen am Gestell des Fensterhebers sitzen die Übergabepunkte vom Kabelbaum des Wagens zum Kabelbaum der Tür. Dieser Übergabepunkt ist seinerseits am Gestell festgeschraubt.

Dieser Kabelbaum in der Tür führt vom Übergabepunkt zum Elektromotor des Fensterhebers. Die Kabelverbindungsschrauben sind elektrisch von der Karosserie getrennt, indem der Übergabepunkt gegen das Gestell isoliert ist. Wird der Übergabepunkt abgeschraubt fällt ein kleines Bakelit-Plättchen ab. Dieses Bakelit-Plättchen ist die Isolierung der Kabelverbindungsschrauben zum Gestell und muß beim Zusammenbau unbedingt wieder eingebaut werden, damit es keine Kurzschlüße gibt!

Funktion 1:

Wird der Fensterheberschalter betätigt, wird der Stromkreis über den Elektromotor des Fensterhebers geschlossen und der Motor beginnt sich zu drehen. Das Zahnrad am Elektromotor setzt den Zahnkranz am Gestell des Fensterhebers in Bewegung und das Fenster hebt oder senkt sich, bis der mechanische Anschlag am Zahnkranz (einstellbar) ein Weiterdrehen über die Endposition hinaus verhindert. Zusätzlich gibt es noch Anschläge nach unten gegen den Türboden und nach oben gegen den Fensterrahmen.

Wird der Fensterheberschalter am Symbol gedrückt wird das Fenster geschlossen, wird die andere Seite des Fensterheberschalters gedrückt wird das Fenster geöffnet. Somit ist auch klar, daß sich die Spannung am Übergabepunkt ändern kann, je nachdem in welche Richtung der Schalter gedrückt wird.

Funktion 2:

Zum Öffnen und Schließen des Verdecks müssen die Fensterscheiben ein Stück abgesenkt werden, falls die Fenster geschlossen sind. Diese Schaltungsoption wird bei ausgeschalteter Zündung über die beiden Relais "Fensterheber (K6)" und "Komfortschaltung (K24)" ermöglicht. Beim Öffnen einer der beiden Türen wird der betreffende Türkontaktschalter geschlossen und die beiden Relais werden so eingeschaltet, daß die Fensterheber betätigt werden können.

Hinweis:

In den Fensterheberschalter sind LED´s zur Beleuchtung verbaut. Die LED´s können nicht getauscht werden, ohne den Schalter zu zerstören. Nachdem LED´s sehr unempfindliche Bauteile sind, empfiehlt es sich bei Ausfall der Beleuchtung eher die Verkabelung zur Beleuchtung der Fensterheberschalter, bzw. die Steckverbindungen auf Defekte zu untersuchen.

1.2.2 Die elektrische Spiegelverstellung

Der 107er ist im Innenraum wahrlich kein großes Auto. Doch ist die rechte Seite so weit weg, daß bei häufigem Fahrerwechsel mit unterschiedlich großen Fahrern, das dauernde Hinüberbeugen um den rechten Außenspiegel einzustellen, lästig werden kann. Zu diesem Zweck gibt es am rechten Außenspiegel die Option der elektrischen Spiegelverstellung.

Die elektrische Spiegelverstellung besteht ab der Sicherung 8 aus den Kabeln, dem Mehrquadrantenschalter in der Mittelkonsole, dem Kabel zum Spiegel (dreiadrig) und den beiden Elektromotoren im Spiegel.

Somit werden auch hier am Stecker unterschiedliche Spannungen gemessen.

Funktion:

Wie bei dem Fensterheber handelt es sich auch bei dem Mehrquadrantenschalter um einen Polwendeschalter. Diesmal sind aber zwei Schalter in einem Gehäuse integriert und diese werden über einen Knopf betätigt.

Je nachdem in welche Richtung der Knopf bewegt wird, werden ein oder zwei Kontakte geschlossen und die Elektromotoren in den Spiegeln fangen sich an zu drehen und die Spiegel zu verstellen.

Hinweis:

Ab MOPF können die Spiegel beheizt werden. Lt. Schaltplan ist die Heizung immer an, wenn die Zündung eingeschaltet ist und die Temperatur unter 5 Grad Celsius liegt. Die Spiegel werden auf maximal 15 Grad aufgeheizt. Ein Temperaturelement schützt vor Überhitzung. Das Kabel ist dann entweder fünfadrig oder ein dreiadriges und ein zweiadriges Kabel.

1.2.3 Die Sitzheizung

Der 107er war und ist als Ganzjahresfahrzeug konzipiert. Zum Wohlgefühl der Passagier hat er - als Option - auch eine Sitzheizung.

Die Sitzheizung besteht je Seite ab der Sicherung 1 aus dem Sitzheizungsschalter in der Mittelkonsole, dem elektronischen Relais, und den beiden Heizkissen für Lehne und Sitzfläche, die in die Pfeifen der Sitze eingeschoben sind.

Funktion:

Wird der Sitzheizungsschalter in die Position 1 (schwache Heizleistung) gebracht, werden die beiden Kissen hintereinandergeschaltet und es fließt ein geringer Strom um die Kissen aufzuheizen.

Wird der Sitzheizungsschalter in die Position 2 (starke Heizleistung) gebracht werden die beiden Kissen parallelgeschaltet und es fließt ein großer Strom um die Kissen aufzuheizen. Nach 5 Minuten wird automatisch auf Stufe 1 umgeschaltet.

Nach 30 Minuten schaltet die Sitzheizung automatisch ab.

Hinweis:

In Stufe 2 werden je Sitz ca. 60 Watt benötigt.

1.2.3 Die Heckscheibenheizung

Als Ganzjahresfahrzeug war für den 107er auch ein Hardtop erhältlich. Anfangs als Sonderausstattung später gehörte es zum Fahrzeug mit dazu. In der Heckscheibe ist eine Folie integriert, die oben und unten auf einen Silberdraht kontaktiert ist. Dieser Silberdraht ist mit einem Kabel verbunden, daß auf der Beifahrerseite durch ein Loch im Boden des Hardtop mit einem Stecker nach außen geführt ist. Dieser Stecker wird nach dem Aufsetzen des Hardtop mit dem Kabelbaum an der gekappten B-Säule mit einem Buchse verbunden. Diese Buchse befindet sich hinter der abknöpfbaren Abdeckung an der B-Säule.

Nach der Sicherung gehören zur Heckscheibenheizung, der Heckscheibenheizungsschalter, der Kabelbaum, die Buchse an der B-Säule, der Stecker vom Hardtop, das Kabel im Hardtop, sowie die einlaminierte Folie.

Funktion:

Wird der Schalter in der Mitte des Armaturenbrettes betätigt wird der Stromkreis geschlossen und die Folie erwärmt sich durch den Strom der durch sie fließt. Dabei wird die Scheibe erwärmt und der Schnee/Eis beginnt zu schmelzen.

1.2.4 Radio

Im 107er kann auch ein Radio eingebaut werden. Zeitgemäß war Stereo in HIFI-Qualität das Nonplusultra. Heutzutage werden weit höhere Ansprüche gestellt und das Klangerlebnis kann nicht befriedigen. Die Freunde des V8 werden sagen, Radio brauche ich nicht, mir genügt der Klang des Motors. Für alle diejenigen die dann doch etwas weitergehende Ansprüche haben, bitte hier weiterlesen.

Das Auto als fahrendes Objekt, ist für den Rundfunkempfang denkbar ungeeignet. Die verschiedenen elektrischen und akustischen Störungen können sich - und tun das auch - gegenseitig überlagern und das Rundfunksignal verzerren oder gänzlich unterdrücken.

Diese Thematik ist nicht Gegenstand des Artikels, sondern rein die grundsätzliche elektrische Beschaltung des Radios, mit den beiden serienmäßig vorgesehenen Lautsprechern und der elektrischen Antenne.

Auch die akustische Aufrüstung des 107ners wurden schon an anderen Stellen in der Sternzeit erörtert, diese finden sich ebenfalls nicht hier.

Die in den 70er und 80er verbauten Autoradios wurden an den Pluspol und an die Fahrzeugmasse angeschlossen. Luxeriösere Radios waren noch mit einem Dauerplus versehen, damit der Senderspeicher nach Ausschalten der Zündung nicht geleert wurde und die Informationen nicht verloren ging. Desweiteren gab es noch zwei Stecker für die beiden Lautsprecherkabel zu den Lautsprechern. Auch findet sich im Radioschacht das Kabel zur Steuerung der elektrischen Antenne.

Werksseitig war der 107er komplett vorverdrahtet. Dies gilt sowohl für das Radio, hier waren noch die Buchsen anzuschließen, als auch für die Lautsprecherkabel, wie auch für die Kabel zur elektrischen Antenne. Lediglich die Sicherung mußte extra eingesetzt werden.

Weitere benötigte Teile lagen dem Autoradio, bzw, den weiteren Komponenten bei.

Die elektrische Antenne ist extra beschaltet, damit nach dem Ausschalten des Radios, die Antenne noch vollständig einfahren kann.

Die elektrische Antenne ist deswegen mit drei Kabeln versehen. Dem Kabel für die Fahrzeugmasse, dem Kabel für den Dauerplus und dem Kabel, daß das Steuersignal vom Autoradio auswertet. Wird das Radio eingeschaltet, nimmt die Steuerleitung das Spannungspotential von 12 Volt an. Das Relais in der Antenne schaltet durch und der Dauerplus wird über ein Relais auf den Antennemotor gegeben und die Antenne fährt aus.

Wird das Radio ausgeschaltet, nimmt die Steuerleitung ein Spannungspotential von 0 Volt an, das Relais (Polwenderelais) in der Antenne schaltet um und die Antenne wird wieder eingefahren.

Die Lautsprecher können nach Abnahme der Frontblenden getauscht werden. Wichtig ist, daß die Einbautiefe von 45 mm nicht überschritten werden darf, sonst passen die Frontblenden nicht mehr in das Armaturenbrett. Ferner sollte die Impedanz der Lautsprecher mit der Impedanz des Radios übereinstimmen um eine bestmögliche Leistungsabgabe vom Radio zu erhalten.

1.2.5 Klimaanlage

Dies wird ein eigener Beitrag.

Grüßle Euer Thomas


 
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