Wie funktioniert eigentlich ein "Viskolüfter"? Kann ich den mit
Hausmitteln auf seine Funktionsfähigkeit hin prüfen? Beides ist kein
Geheimnis!
Der Viskolüfter, der Fachmann spricht von einer Viskoselüfterkupplung (VLK),
ist an allen Modellen unserer 107er verbaut. An ihr ist ein Propeller aus
Metall, spätere Modelle wurden mit Kunststoffpropellern ausgerüstet,
angeschraubt und soll für einen ausgeglichenen Wärmehaushalt des Motors
sorgen. Ist diese VLK beschädigt, so kommt es entweder zu einem ungewollten
Dauereinsatz des Lüfters, oder zu einem Ausfall desselben. Im zweiten Fall
führt dies zur Überhitzung des Motors und kann kapitale Motorschäden zur
Folge haben.

In beiden Fällen ist meistens die im Gehäuse des VLK befindliche
Bi-Metallfeder beschädigt. (Eine Bi-Metallfeder ist ein aus zwei verschiedenen
Metallschichten zusammengesetzter Metallstreifen, der sich bei
Temperaturveränderung biegt.) Diese Feder krümmt sich durch die warme Luft,
welche den Kühler durchströmt und so auf das Gehäuse des VLK trifft. Bei Lufttemperaturen unter
circa 105° drückt
der Bi-Metallstreifen über einen Stift die Federplatte an die Primärscheibe.
Dadurch wird die Übergangsbohrung verdeckt und der Kreislauf des Viskoseöls
unterbrochen. Das heißt, daß die VLK abgeschaltet ist und nur noch mit etwa 400-600
U/Min mitläuft. Ab einer Kühlmitteltemperatur von über 105° wird der
Bi-Metallstreifen soweit erwärmt, daß er durch seine Verformung eine
sog. Übergangsbohrung, und damit auch den Viskoseölkreislauf, der die Zuschaltung der
VLK veranlaßt, freigibt. Der Lüfter
dreht jetzt bis zu einer Motordrehzahl von ca. 3.850/Min. proportional zur
Drehzahl des Motors, wobei eine max. Lüfterdrehzahl von ca. 3.000 U/Min.
erreicht wird, und schaltet danach durch eine integrierte Fliehkraftregelung mit
Gegenfeder wieder ab um nun bis zur Motorhöchstdrehzahl nur noch mit einer
Lüfterdrehzahl von 400 – 600/Min weiter zu drehen. Fällt anschließend die
Motordrehzahl auf unter 3.400 U/Min. ab, schaltet sich die VLK
wieder zu.
Achtung! Bei der folgenden
Funktionsprüfung auf keinen Fall in den laufenden Lüfter fassen, oder mit
Werkzeug versuchen ihn zum Stillstand zu bringen. Es besteht akute
Verletzungsgefahr!

Wenn wir die VLK auf ihre Funktion hin prüfen wollen, so ist das also nur
bei einem warm gefahrenen Motor möglich. Bei geöffneter Motorhaube können wir
den Lüfter beobachten. Bei Standgas dreht er relativ langsam. Erhöhen wir die
Drehzahl des Motors, so muß auch die Lüfterdrehzahl gleichzeitig mit
ansteigen. Wir nehmen das sowohl visuell, als auch akustisch und durch den
ansteigenden Luftstrom war. Ab einer Drehzahl von über 3.850 U/Min. muß die
Fliehkraftregelung greifen und der Propeller deutlich langsamer (wie bei
Standgas) drehen. Lassen wir die Motordrehzahl auf weniger als 3.400 U/Min.
abfallen, so muß der Lüfter sofort wieder schneller laufen und mit abnehmender
Motordrehzahl sich proportional verlangsamen.
Stellen wir eine Abweichung von diesem gewollten Verhalten der VLK fest, so
können wir von einem Defekt an der Fliehkraftregelung, bzw. der Bi-Metallfeder
ausgehen. In beiden Fällen ist leider nur der Austausch der VLK möglich. Sie
läßt sich leider nicht öffnen oder reparieren.
Tipp: Die VLK sollte möglichst immer
stehend transportiert werden. Auf keinem Fall sollte sie auf der Vorderseite
liegen!
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